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Unternehmen im Job-Special Consulting:

 

The Boston Consulting Group

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Stark aus der Krise

Was ist das Schöne am Beraterdasein?
Abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben und ein breites Themenspektrum. Man lernt viele Branchen, Städte und Länder kennen. Spannend ist, dass man immer wieder mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Aufgabenstellungen konfrontiert wird.

Auf welche Schwierigkeiten muss ich mich gefasst machen? Herausfordernd am Berater-Job ist, dass man sehr wenig Zeit für Privates hat und ständig unterwegs ist. Die richtige Work-Life-Balance zu halten, kann sehr schwierig sein.

Kienbaum hat in seiner 64-jährigen Geschichte zahlreiche Büros im Ausland eröffnet – zuletzt 2007 in Japan und 2008 in London. Wie hoch bewerten Sie Internationalität bei Bewerbern?
In Rumänien und Bulgarien sind wir inzwischen ebenfalls präsent. Die Internationalität von Nachwuchsführungskräften wird immer wichtiger, weil das Management zunehmend multikulturell besetzt wird. Deshalb sollte man schon früh Auslandserfahrung sammeln: in der Schule, der Universität, in Business Schools oder bei privaten Reisen.

Seit 1985 führen Sie die Geschäfte von Kienbaum. Werden Sie 2010 Ihr 25-jähriges Geschäftsführer-Jubiläum sowie 65 Jahre Kienbaum besonders feiern?
Wenn Sie mich nicht erinnert hätten, hätte ich dieses Doppeljubiläum fast vergessen. So werden wir eine Flasche Champagner trinken. Ich sollte kürzlich an der Zeppelin University einen Vortrag über mein Lebenswerk halten. Ich habe geantwortet, dass ich mich dafür zu jung fühle und lieber noch arbeiten und Erfahrung sammeln will.

Welche Bilanz ziehen Sie aus ihren langjährigen Erfahrungen?
Manchmal denkt man, man habe schon alles gesehen, aber es gibt doch immer wieder neue Herausforderungen. Ja, es gibt Routinen, aber die meisten Beratungsfälle sind doch unterschiedlich. Man muss als Berater sehr viel Methodenwissen haben, um gemeinsam mit Kunden Probleme zu lösen. Schnelligkeit und Kompromisslosigkeit in der Umsetzung sind sehr wichtig.

Eine wichtige Erkenntnis aus meiner langjährigen Beratertätigkeit ist, dass das Wissen über die Situation des eigenen Unternehmens im Management sehr hoch ist. Ausserdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Beratung nur dann erfolgreich ist, wenn auch konkrete Massnahmen zur Realisierung definiert sind, also eine Umsetzungsorientierung gegeben ist.

Wie verhält man sich in Stresssituationen?
Ich habe gelernt: Je stressiger es wird, desto ruhiger muss man selbst werden, um einen klaren und kühlen Kopf zu bewahren. Als Berater muss man sich zurücknehmen und dem Management zuhören können, denn viele Lösungen kommen aus dem Zusammenspiel von unternehmerischem Wissen und Berater-Know-how.

Was waren für Sie besondere Herausforderungen und wie haben Sie diese gemeistert?
Die Krise 2001 und 2002 nach dem Platzen der New Economy-Blase hat uns sehr herausgefordert. Die Nachfrage brach ein, die Geschäftszahlen waren alles andere als rosig. Ich musste schnell handeln. Wir haben intelligent gehaushaltet und uns gleichzeitig neu und noch besser aufgestellt für den nächsten Aufschwung – die Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre mit hohen Wachstumszahlen beim Umsatz haben uns Recht gegeben.

Wie sieht die Zukunft in der Beratung aus?
Die Beratung wird immer internationaler werden. Sie wird noch stärker in Richtung konkreter und schnell verfügbarer Ergebnisse, also Umsetzungsorientierung gehen. Es geht darum Nutzen zu produzieren, indem die Berater das Unternehmen durch Kreativität, Kompetenz und Souveränität bereichern.

Es wird weiterhin grosse und kleine Beratungsunternehmen geben: grosse, die Strategie-, Restrukturierungs- und Change-Projekte betreuen, und kleine, die in speziellen Nischen operieren, von denen man auch leben kann.


Das Interview führte Verena von Herwarth

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