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Der Hobsons 2010/2011

 

Grüne Zukunft: Karriere mit Mehrwert

Anforderungen an Bewerber

Entsprechend vielfältig sind die Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen. Dabei gilt: Überzeugung allein reicht heute nicht mehr, um den Zuschlag für einen der begehrten Jobs rund um Umweltschutz und Fair Trade zu erhalten.

Mit der Etablierung des Themas Nachhaltigkeit in Management und Technologie sind auch die Anforderungen an das Profil der Bewerber gestiegen: Arbeitgeber erwarten die Fähigkeit, ökologisches und ökonomisches Denken zu verbinden. Dazu müssen Berufseinsteiger die Strukturen und Prozesse verstehen, in die sie eingreifen – sei es in der Finanzwirtschaft, der Industrie oder dem Dienstleistungsgewerbe.

Schwerpunkte im Studium setzen

Einer der Wegbereiter des Bio-Booms in den Supermärkten ist das genossenschaftlich organisierte Handelsunternehmen Coop. Für Unternehmen wie dieses gilt: Wer in seinem Sortiment Bio- und Fair-Trade-Produkte führt, benötigt im Hintergrund Fachleute, die sich um eine entsprechende Beschaffung, Logistik sowie Pflege der Marken kümmern.

Auch innerhalb des Unternehmens setzt Coop auf umweltverträgliches Handeln, etwa durch Energiesparmassnahmen oder die Reduktion von Verpackungsmaterialien. "Das sind hoch spezialisierte Stellen, die wir am liebsten mit Mitarbeitenden besetzen, die in ihrem Studium einen entsprechenden Schwerpunkt belegt haben", erklärt Nadine Gembler, die Personalleiterin von Coop.

Hilfreich für eine Karriere im Handel ist etwa ein Marketing oder Sales-Studium mit den Vertiefungen Bio und Fair Trade, aber auch Absolventen mit einem Abschluss in Energie- und Umwelttechnik, Logistik oder Entsorgung bringen gute Voraussetzungen mit.

Die Idee der Nachhaltigkeit

Eine der ältesten und bekanntesten Definitionen für Nachhaltigkeit stammt aus dem so genannten Brundtland-Bericht, der 1987 im Auftrag der UN veröffentlicht wurde. Danach bezeichnet Nachhaltigkeit eine "...Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können."

Umweltschutz bei Bauprojekten

Bei der auf Ingenieur- und Planerdienstleistungen spezialisierten Gruner AG beinhaltet jedes grössere Projekt als Querschnittsaufgabe eine Prüfung auf Umweltverträglichkeit. Das Interesse für ökologische Belange hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Immer mehr Kunden sehen den bewussten Umgang mit der Umwelt als integralen Bestandteil ihrer Bauvorhaben an.

Absolventen kommen bei Gruner vor allem in den Arbeitsbereichen Umweltplanung, Altlasten, Bauklimatik und Bauphysik mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung. Die Aufgaben und Fragestellungen sind vielfältig.

Jon Mengiardi, Leiter des Geschäftsbereichs Umwelt/Sicherheit bei Gruner, kommt es deshalb vor allem auf eine solide Wissensbasis der Bewerber an: "Wir suchen Mitarbeitende, die den Überblick behalten und den Kunden beraten wollen. Erfahrungsgemäss haben es Ingenieure von ihrem Hintergrund her leichter, in diese Aufgaben hineinzuwachsen."

Engagement für die Natur schon im Studium wichtig

Das umwelttechnische Wissen müssen sich Berufseinsteiger zu einem Grossteil in der Berufspraxis aneignen. Ohnehin gilt, wie so oft, das Prinzip des lebenslangen Lernens.

Neue Erkenntnisse zum komplexen Zusammenspiel von Technik und Umwelt gehören zum Berufsalltag. Ein gewisses Mass an Idealismus ist da hilfreich und darf gerne gegenüber potenziellen Arbeitgebern zum Ausdruck gebracht werden. Das deckt sich mit den Erfahrungen, die Rolf Wüstenhagen mit seinen Studenten im Hochschulalltag macht: "Leidenschaft hat noch nie geschadet. Besonders vielversprechend ist es aber, wenn man die Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt mit einem soliden Grundwissen in mindestens einer 'Mainstream'-Disziplin verbindet."

Ob es der Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen oder Naturwissenschaften ist, wer sich schon im Studium für Umweltschutz und Nachhaltigkeit interessiert und engagiert, hat gute Karten für den Berufsstart.

Datum: 11/09
Autor: Sonja Graubner

 

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