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Der Hobsons 2010/2011

 

Banken und Versicherungen: Die Krise als Chance

Die Finanzbranche hatte es in den vergangenen Monaten schwer: Kaum ein Tag verging ohne Schreckensmeldungen in den Medien. Wer als Absolvent am Finanzmarkt interessiert ist, sollte sich von der Krise nicht abschrecken lassen. Banken und Versicherungen sind nach wie vor auf der Suche nach jungen Talenten.
Die Krise als ChanceFoto:© Yuri Arcurs/Fotolia.de

Wer als Absolvent am Finanzmarkt interessiert ist, sollte sich von der Krise nicht abschrecken lassen.

Die neuesten Ergebnisse des Schweizer Absolventenbarometers, durchgeführt vom Forschungsinstitut Trendence, zeigen: Das Image der Banken hat in den vergangenen Monaten arg gelitten. Laut der aktuellen Umfrage unter 5’500 Schweizer Absolventen haben US-Investmentbanken sowie die international aufgestellten Grossbanken UBS und Credit Suisse an Attraktivität verloren.

UBS bleibt zwar der Wunscharbeitgeber Nummer eins, verliert aber über 14 Prozent der Stimmen im Vergleich zum Vorjahr. Zu den Gewinnern zählen hingegen traditionelle Häuser wie die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und Raiffeisen Schweiz, der Zusammenschluss aller Schweizer Raiffeisenbanken. Die SNB ist von Rang 15 auf Rang acht aufgestiegen, die ZKB steht nun auf Rang 24 – drei Plätze besser als im Vorjahr. Raiffeisen Schweiz ist von Rang 36 auf Rang 32 aufgestiegen.

Weiterhin herausfordernde Einstiegsmöglichkeiten

Trotz der aktuellen Umfrageergebnisse ist Lukas Vonesch, Leiter Hochschulrekrutierung bei der Credit Suisse, davon überzeugt, dass die Credit Suisse den Hochschulabsolventen weiterhin herausfordernde Einstiegsmöglichkeiten und attraktive Perspektiven bieten kann. "Wir fördern Absolventen dahingehend, dass sie früh Verantwortung übernehmen und ihr Engagement einbringen können. Wir haben auch weiterhin eine konstant hohe Anzahl an Bewerbungseingängen.“

Nicht abschrecken lassen

Wer wirklich am Finanzmarkt interessiert ist, hält durch und lässt sich nicht durch die Krise abschrecken. Engagierte Absolventen wissen, dass solche Phasen zum Banking-Geschäft dazugehören. So sehen es zumindest die meisten Teilnehmenden der Banking Days, die jährlich an der Universität St. Gallen (HSG) stattfinden. "Viele verstehen die Krise als Chance, etwas zu verändern und die Zukunft der Banken mitzugestalten“, erklärt Julian Kea vom Career Services Center der HSG. Er ist verantwortlich für den Bereich Employer Relations und für die Banking Days. Für die kommende Veranstaltung Ende September haben sich bereits 16 Unternehmen angemeldet, darunter auch einige Investmentbanken, die in den vergangenen Monaten besonders in der Kritik standen.

IT, Risk & Credit Management

Banken stellen weiter ein. Die Credit Suisse bietet wieder rund 300 offene Stellen für ihr 12- bis 18-monatiges Traineeprogramm. "Wir stellen wieder fast genauso viele Trainees ein wie in den Vorjahren“, sagt Lukas Vonesch. An der Verteilung über die einzelnen Unternehmensbereiche hat sich auch in diesem Jahr nicht viel geändert: In Investment Banking und Asset Management haben Bewerber genauso gute Chancen wie in der Vergangenheit, der Bereich IT ist sogar gewachsen. "Insgesamt bemerken wir, dass sich mehr Absolventen auf die Bereiche Risk und Credit Management bewerben“, berichtet der Leiter Hochschulrekrutierung. "Das liegt sicherlich daran, dass diese Aufgabengebiete besonders stark in den Medien diskutiert wurden und dass den Absolventen dadurch klar geworden ist, welche spannenden Aufgaben sich dahinter verbergen.“

 

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