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Der Hobsons 2010/2011

 

Wenn die Fremde lockt: Arbeiten im Ausland

Wer für eine gewisse Zeit im Ausland gelebt hat, kehrt gestärkt zurück. Ein Arbeitsaufenthalt ausserhalb der Schweiz kurbelt nicht nur die Karriere an, er dient auch der persönlichen Entwicklung.
Internationale Karrieren

Ab in den Privatjet.
Auf zum nächsten Geschäftstermin. Bis Sie es im internationalen Berufsleben so weit gebracht haben, braucht es eine Weile. Ein guter Weg dorthin: sich beim Berufseinstieg auf eine Position mit viel Reisetätigkeit bewerben.

Was veredelt neben guten Noten und einer kurzen Studiendauer jeden Lebenslauf? Richtig, ein Studien- oder Arbeitsaufenthalt im Ausland. Dabei geht es potenziellen Arbeitgebern nicht nur um praktische Fähigkeiten wie das Beherrschen von Fremdsprachen. Vielmehr wird Bewerbern, die eine Zeit im Ausland verbracht haben, geistige Beweglichkeit und die Fähigkeit, sich zu organisieren, attestiert. Nicht zuletzt sollten sich Berufsanfänger in Zeiten der globalen Marktwirtschaft möglichst nahtlos in ein international aufgestelltes Team einfügen können. Möglichkeiten, bereits während des Studiums entsprechende internationale Erfahrungen zu sammeln, gibt es viele. Sie reichen vom Sommer-Work-Camp in den Semesterferien bis hin zum Vollstudium an einer ausländischen Universität. Und sogar Daheimgebliebene können Pluspunkte für ihre Auslandsbilanz sammeln.

Expatriat – Auslandstätigkeit mit Sicherheitsnetz

Es gibt viele Wege, die ins Ausland führen. Die Entsendung durch ein heimisches Unternehmen ist eine Möglichkeit, die direkte Bewerbung im Zielland eine andere. Für Dr. Alex Sprenger, Geschäftsführer der schwedischen und dänischen Niederlassung des Bautechnik-Konzerns Hilti, begann die Karriere als Mitarbeiter des Kundendienstes in Tulsa/Oklahoma. Sprenger: «Schon im Bewerbungsgespräch wurde deutlich, dass internationale Mobilität eine wichtige Voraussetzung für die persönliche und berufliche Entwicklung sein würde.» Für Sprenger kein Problem, er sah die weltweite Tätigkeit seines Arbeitgebers von Anfang an als Chance: «Sich in anderen Denkweisen und Kulturen zurechtzufinden und erfolgreich zu sein, hat mich angetrieben – man könnte das wohl auch Abenteuerlust nennen.» Ein Abenteuer, das bei der Entsendung durch ein heimisches Unternehmen kalkulierbar bleibt.

Zufriedene Heimkehrer

Im internationalen Vergleich zeigen sich die Schweizer überdurchschnittlich zufrieden mit den Erfahrungen, die sie bei Arbeitsaufenthalten im Ausland machen. Mehrsprachigkeit und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Nationalitäten helfen bei der Einarbeitung. Abstriche beim Lebensstandard fallen meist weniger drastisch aus als befürchtet.

Quelle: Guido Schilling AG, Internationale Mobilität von Führungskräften

Als Expatriat erhalten Mitarbeiter einen Vertrag, der sich am Gehaltsniveau und den arbeitsrechtlichen Bestimmungen der Schweiz orientiert. Wer sich dagegen auf eigene Faust bewirbt und zu den Konditionen des jeweiligen nationalen Arbeitsmarkts eingestellt wird, muss mit Abstrichen bei Gehalt, Arbeitszeit- oder Urlaubsregelung rechnen. Zudem verzichtet er auf die Unterstützung, die viele international tätige Unternehmen ihren Mitarbeitern in Form von Umzugshilfen, Sprachkursen oder Angeboten zur Kinderbetreuung bieten.

Datum: 11/2006

Autor: Sonja Graubner


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Übersicht Heft 4/2006