Für Arbeitgeber | Über uns | Presse | Kontakt
Login:
Passwort:

Login merken

Passwort vergessen?
Neu registrieren

Career Club

Melden Sie sich kostenlos im Career Club an und profitieren Sie von Bewerbungsschecks, Newslettern, Karrierepublikationen, Expertentipps u.v.m.

 

Das Karrierebuch Der Hobsons

Jetzt online lesen oder herunterladen.

Der Hobsons 2010/2011

 

Selbstbewusst und optimistisch: Was Schweizer Absolventen von ihren Wunscharbeitgebern erwarten

Das Trendence Absolventenbarometer spricht eine klare Sprache: Die Schweizer Studierenden wissen, dass im globalisierten Arbeitsmarkt Leistung und Flexibilität zählen. Sie kennen aber auch ihren Wert als qualifizierte Berufseinsteiger.

Die Globalisierung ist auch an der Schweiz nicht spurlos vorüber gegangen. Im Wettbewerb mit den aufstrebenden Arbeitsmärkten in Osteuropa und Asien verlor allein der industrielle Sektor seit 1991 rund 160.000 Arbeitsplätze. Vor allem das produzierende Gewerbe setzt auf niedrige Lohnkosten und verlagert Arbeitsstätten ins Ausland. Studierende muss dieses Szenario nicht schrecken. Sie haben beste Aussichten, vor allem wenn sie in den gefragten technischen oder betriebswirtschaftlich orientierten Studienrichtungen eingeschrieben sind. In der industriellen Forschung und Entwicklung ebenso wie im Dienstleistungssektor sind gut ausgebildete Fachkräfte bereits Mangelware. »Entsprechend selbstbewusst präsentieren sich die Teilnehmer des Schweizer Absolventenbarometers «, erklärt Florian Appel vom Forschungs- und Personalmarketing-Institut Trendence, das die Studie »Das Schweizer Absolventenbarometer 2007« erstellt hat.

Absolventenbarometer Schweiz

Sandra Schwendener (25) wird im Frühjar 2008 ihren MAster in Management, Technology and Economics an der ETH Zürich ablegen.

Neben einem Überblick über die beliebtesten Schweizer Arbeitgeber in den Bereichen Wirtschaft und Technik zeigt das Absolventenbarometer auch, dass Berufseinsteiger von ihrem Wunschunternehmen mehr erwarten als eine regelmässige Gehaltsüberweisung am Ende des Monats. Sandra Schwendener beispielsweise, die im Frühjahr 2008 ihren Master in Management, Technology and Economics an der ETH Zürich ablegen wird, hat ganz konkrete Anforderungen an ihren künftigen Arbeitgeber: »Der Lohn sollte branchenüblich sein, Grösse und Bekanntheitsgrad sind eher zweitrangig. Für mich ist das Gesamtbild wichtig: Das Auftreten der Firma in der Öffentlichkeit, das Produkt, das Betriebsklima und dass es Entwicklungsmöglichkeiten gibt.« Das gilt umso mehr, als die künftige Berufseinsteigerin einen Arbeitgeber sucht, bei dem sie mindestens fünf Jahre oder auch länger bleiben würde.

Beliebteste Arbeitgeber 2007: UBS und ABB

Dass UBS bei den Wirtschaftern und ABB bei den Technikern auf Platz eins des Rankings der beliebtesten Arbeitgeber landeten, ist keine allzu grosse Überraschung. Zusammen mit den übrigen Unternehmen auf den vorderen Rängen stehen sie für die Vorzeigebranchen des Wirtschaftsstandortes Schweiz: Banken und Finanzen, Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung, Chemie und Pharma, Maschinen und Anlagenbau, Elektrotechnik/Elektronik, Telekommunikation und Konsumgüterindustrie. Es sind die grossen, international ausgerichteten Firmen wie Siemens, Nestlé oder IBM, die sich aufgrund ihres hohen Personalbedarfs aktiv um Hochschulabsolventen bemühen. Florian Appel von Trendence bestätigt: »Die Platzierung der beliebtesten Arbeitgeber basiert nicht nur auf ihrem allgemeinen Bekanntheitsgrad. Mit den grossen Namen werden attraktive Entwicklungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Karriere verbunden.«

Absolventenbarometer Schweiz

Xavier Mauler (23) hat gerade sein Diplom als Lebensmittelingenieur an der ETH Zürich erworben.

So sieht es auch Xavier Mauler, der gerade seinen Diplomabschluss als Lebensmittelingenieur an der ETH Zürich gemacht hat: »Ich würde gerne als Project Manager bei einer international tätigen Firma einsteigen, Auslandserfahrung erwerben, Leute kennen lernen, Visitenkarten sammeln. « Dafür sucht er ein Unternehmen, das ein Traineeprogramm mit den entsprechenden Möglichkeiten anbietet. Mauler ist nicht der Einzige, der für einen interessanten Job ins Ausland gehen würde. Insgesamt zeigen sich die Schweizer Studierenden mobil: Rund 40 Prozent der Befragten würden innerhalb der Schweiz oder Europas umziehen, mehr als 50 Prozent zieht es sogar noch weiter weg, ins aussereuropäische Ausland. »Das Interesse an entfernten Destinationen dürfte mit der ohnehin starken internationalen Ausrichtung der Schweizer Unternehmen zu tun haben«, erklärt Appel. »Ein Aufenthalt in Deutschland, Frankreich oder Italien erscheint da wohl nicht so spektakulär.« Traditionell sind die USA als Station für einen Auslandsaufenthalt beliebt, aber auch China wird in jüngster Zeit immer populärer.

Das Schweizer Absolventenbarometer

Das Forschungs- und Personalmarketing-Institut Trendence befragte von November 2006 bis Februar 2007 rund 5.300 examensnahe Studierende aller Schweizer Hochschulen zu ihren Berufs-, Karriere- und Lebensvorstellungen. Das Ergebnis: Das Schweizer Absolventenbarometer 2007, die grösste Studie zu den Berufseinstiegswünschen künftiger Fach- und Führungskräfte. An der Befragung nahmen 3.119 Studierende der Wirtschaftswissenschaften und 2.237 Studierende aus dem Bereich Technik teil. Das Schweizer Absolventenbarometer wird ab sofort jährlich erscheinen.

Glaubwürdigkeit und Work-Life-Balance sind gefragt

Anders als etwa die Kommilitonen in Deutschland, Italien und Spanien machen sich Schweizer Studierende vergleichsweise wenig Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Wirtschaftswissenschafter sehen in der Globalisierung sogar zusätzliche berufliche Chancen auf sich zukommen. Technikabsolventen bewerten ihre Position im internationalen Wettbewerb nur geringfügig schlechter. Angesichts der guten beruflichen Aussichten müssen sich künftige Berufseinsteiger nicht um jeden Preis verdingen: So spielt die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens neben dem eigentlichen Jobangebot eine entscheidende Rolle bei der Stellenwahl. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der private Spielraum, den der Beruf lässt. Während beispielsweise deutsche Hochschulabgänger durchaus bereit sind, in den ersten Jahren ihr Privatleben für die Karriere zurückzustellen, erhofft sich die Mehrzahl der Schweizer Studierenden von Anfang an eine ausgewogene Work-Life-Balance. Dabei dürfte es jedoch mehr um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als um die reine Arbeitsdauer gehen, denn die Schweizer Studierenden sind durchaus bereit, sich für den Beruf einzusetzen: Laut Absolventenbarometer rechnen Wirtschaftswissenschafter mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 46,4 Stunden, Technikabsolventen mit 43,8 Stunden.

Gute Selbsteinschätzung beim Salär – Beispiel Wirtschaft

Erwartung: Die Studierenden wirtschaftswissenschaftlicher Fächer erwarteten bei ihrem ersten Arbeitgeber ein Einstiegssalär von durchschnittlich 74.900 Franken.

Realität: Die tatsächlichen Saläre belegt das Statistische Bundesamt. Es hat den Absolventenjahrgang 2004 ein Jahr nach ihrem Abschluss zu ihrem Jahressalär befragt. Ergebnis in den Wirtschaftswissenschaften: Universitäts- und FH-Absolventen gaben an, zu diesem Zeitpunkt rund 80.000 Franken zu verdienen – womit die Trendence-Befragten ihr mögliches Einstiegssalär gut eingeschätzt haben.

Entwicklungsmöglichkeiten sind wichtiger als Gehalt

Die Gehaltsvorstellungen der Schweizer Studierenden entsprechen dem allgemein hohen Lohnniveau der Schweiz. Sie liegen rund 40 Prozent über dem europäischen Mittelwert. Wirtschaftswissenschafter rechnen danach mit einem Jahres-Einstiegsgehalt von 74.900 Schweizer Franken, Technikabsolventen mit 72.100 Schweizer Franken. Lebensmittelingenieur Mauler, der gerade mitten in der Bewerbungsphase steckt, betont aber, dass seine Entscheidung von mehr als nur der Höhe des Gehalts abhängt: »Der Spass bei der Arbeit, abwechslungsreiche Tätigkeiten und Entwicklungschancen stehen klar im Vordergrund. Der Lohn sollte repräsentativ zur Arbeitsleistung sein und mich zusätzlich motivieren. « Ähnlich sieht es Absolventin Schwendener: »Ein höheres Angebot allein wäre für mich kein Grund zum Wechsel, solange bei einem Arbeitgeber sonst alles stimmt.« »Sonst«, das ist laut Absolventenbarometer vor allem eine erfüllende und herausfordernde Arbeitsaufgabe. Auch hier gibt es einen Unterschied zwischen den Studienrichtungen: Wirtschafter möchten möglichst schnell Führungsaufgaben übernehmen, Techniker setzen auf gute Teamarbeit.

Datum: 4/2007

Autor: Sonja Graubner

 

zurück: Übersicht forum Magazin 2/2007