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Praktikum für Bachelor: Zeitplanung ist wichtig

Es grenzt an eine akrobatische Übung: ein Praktikum im Bachelorstudium. Die Zeit dafür ist knapp und einheitliche Vorgaben oder Service-Einrichtungen an Hochschulen sind rar. Bachelors müssen deshalb grosses Engagement zeigen.

Bachelor Praktikum

Wer frühzeitig plant und sein Ziel verfolgt, hat gute Karten

Ende März sorgte das „Employability“-Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) für Rauschen im deutschen Blätterwald. Tenor der Studie: Die Bachelorstudiengänge der deutschen Universitäten bereiten die Studierenden nur mangelhaft auf den Berufseinstieg vor. Unter den 31 Spitzenreitern, die mit fünf Sternen bewertet wurden, rangieren nur zwei Universitäten – alle anderen sind Fachhochschulen. Bei der Fachkompetenz gäbe es nichts zu mäkeln. Aber, so die Macher der Studie, „mit der Bewertung der darüber hinausgehenden berufsqualifizierenden Kompetenzen betreten die Hochschulen in vielen Fällen Neuland.“ Und damit sind auch Praktika in einem zeitlich knappen Bachelorstudium ein Novum. Ähnliche Probleme gibt es auch in der Schweiz.

Studierende müssen selbst anpacken

Wie komme ich an mein Praktikum?

  • Nennen Sie in der Bewerbung Ihren Studienschwerpunkt und Ihre Interessen.
  • Streichen Sie heraus, wie Sie der Firma als Praktikant nutzen können.
  • Bereiten Sie jeden Kontakt mit dem Unternehmen gut vor (Telefonanfrage, Bewerbung, Vorstellungsgespräch)

Schon bei der Definition von Praktika gehen die Schwierigkeiten los: In der einen Studienordnung ist ein Pflichtpraktikum verankert, in der anderen wird ein freiwilliges Praktikum angeregt. Mal heisst es, im Bachelorstudium ist ein Praktikum von vier Wochen sinnvoll, an anderer Stelle werden mindestens drei Monate empfohlen. Das Durcheinander ist nicht nur von Universität zu Universität, sondern oft auch zwischen den Fakultäten und Departments groß.

Die Studierenden hingegen sind sich einig. Sie fordern einhellig mehr Engagement der Universitäten bei der Vermittlung von Praktika. Laut einer Studie des Hochschulinformationssystems (HIS) und der Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz sind 45 Prozent der Studierenden in Deutschland mit den Leistungen der Career-Center unzufrieden. Mit der Praktikumsvermittlung sind es sogar 54 Prozent. Diese unzufriedenen Studierenden haben aber immerhin einen Vorteil gegenüber anderen Kommilitonen: Sie studieren an einer Universität, an der es solche Einrichtungen überhaupt gibt – das aber ist noch längst nicht überall der Fall. Für Studierende heisst es also, selbst aktiv zu werden.

Frühzeitig planen und sein Ziel verfolgen

Was Sie kurz vor und während des Praktikums beachten sollten

  • Klären Sie im Vorfeld Tätigkeiten, Salär und Versicherungen.
  • Zeigen Sie mehr Leistung, als man von Ihnen erwartet.
  • Verlangen Sie während des Praktikums persönliches Feedback und am Ende ein Zeugnis mit Leistungsbeurteilung und einer Einschätzung Ihrer Person.
  • Bleiben Sie nach dem Praktikum in Kontakt mit dem Unternehmen.

Im Vorteil ist in jedem Fall, wer sich frühzeitig Gedanken macht. Ideal sind Praktika im Ausland, weil Studenten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie sammeln praktische Erfahrungen und lernen ganz nebenbei im Umgang mit den internationalen Kollegen die heiss begehrten interkulturellen Kompetenzen. Noch vor dem ersten Praktikum sollte man sich Gedanken über eine Strategie machen. Drei Fragen stehen dabei im Fokus: Welche Branchen möchte ich kennen lernen? Welche Unternehmensgrösse liegt mir? Welche Unternehmenskultur möchte ich mir von innen ansehen? Bei der Vorauswahl der Unternehmen ist es wichtig, alle Kanäle anzuzapfen, um so viele Informationen wie möglich über die Firmen zu sammeln. Sei es per Internet, über Zeitungsartikel oder Firmenzeitschriften.

Weiterlesen: Kurze Praktika in das Studium einbauen