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Berufseinstieg: Seien Sie interessant
Der Einstieg in die Arbeitswelt stellt Absolventen vor eine oft schwierige Herausforderung. Professor Matthias Landmesser zeigt, warum Praktika wichtig sind und worauf es beim Berufsstart wirklich ankommt.
Foto: © IBM
Professor Matthias Landmesser, Leiter der Personal- und Führungskräfteentwicklung der IBM Deutschland erklärt, warum Fachwissen allein nicht ausreicht.
Professor Landmesser, wie kann ich bereits als Berufseinsteiger eine Firma gestalten?
Zwei Empfehlungen an alle, die neu in eine Firma kommen: Seien Sie interessiert und seien Sie interessant!
Interessiert sein erfordert eine beständige Offenheit gegenüber Veränderungen. Und interessant bleibt, wer kontinuierlich an den eigenen Fähigkeiten arbeitet und sich engagiert – auch über das Fachliche hinaus.
Haben Sie ein Beispiel?
Ja, zum Beispiel die Unternehmenskultur. Die IBM Werte wurden von den Mitarbeitern in einem mehrere Tage dauernden und weltweit abgehaltenen Online-Brainstorming gemeinsam erarbeitet. Aus diesem „ValueJam“ sind Leitgedanken entstanden, die die Kultur und Arbeitsweise bei IBM prägen und an der selbstverständlich auch Berufseinsteiger mitgearbeitet haben.
Wie wichtig sind Praktika, um seine berufliche Richtung herauszufinden?
Wenn sich im Lebenslauf schon eine frühe Affinität zu einem bestimmten Thema oder einer Branche erkennen lässt, ist dies positiv.
Deshalb sind studienbegleitende Praktika, in denen erste Berufserfahrungen gesammelt werden, für Bewerber essentiell. Sie ergänzen nicht nur theoretisches Wissen aus der Hochschule, sondern bieten eine notwendige Orientierungsmöglichkeit, um später die richtige Berufswahl zu treffen.
Umso problematischer ist es, dass im Rahmen des Bologna-Prozesses an vielen Hochschulen die Praxissemester zugunsten schneller Abschlüsse gestrichen wurden.
Dabei zählen neben Fachwissen im Bewerbungsprozess vor allem Soft Skills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit.
Fachwissen ist eine wichtige Grundvoraussetzung für den beruflichen Erfolg. Es reicht jedoch bei Weitem nicht mehr aus.
Ich bin überzeugt, dass überdurchschnittlich erfolgreiche Berufslaufbahnen zukünftig in einem starken Zusammenhang mit der Ausprägung der sozialen und personalen Kompetenz stehen. Gerade bei Mitarbeitern in einem global agierenden Unternehmen spielen interkulturelle Kompetenzen eine immer grössere Rolle.
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Die Welt vernetzt sich zusehends, und die Integrationsfähigkeit jedes Einzelnen in heterogene Teams und virtuelle Arbeitsumgebungen wird zur Basiskompetenz. Das heisst, wer in globalen Projekten arbeiten möchte, für den gehört Verständnis für andere Kulturen und Arbeitsweisen ebenso dazu wie ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit.
weiter zu Teil 2: Soft Skills und Quereinstieg
