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Studie: Schlüsselkompetenzen der Absolventen insgesamt gut
Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen fühlen sich hinsichtlich ihrer Schlüsselkompetenzen gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. Zu dem Ergebnis kommt das Bundesamt für Statistik (BfS) in seiner Schweizer Hochschulbefragung des Absolventenjahrgangs 2004. Die Hochschulabgänger wurden ein Jahr nach ihrem Abschluss zu ihren Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt befragt.
Foto: © Dream-Emotion/ Fotolia.de
Kompetenzen ergänzen sich wie Puzzleteile.
In Bezug auf die Fach- und Sachkompetenz sehen sich alle Absolventen gut den Anforderungen der Berufswelt gewachsen. Auch im Bereich der Lern- und Methodenkompetenz bestätigen 40 Prozent der Universitäts- und 39 Prozent der Fachhochschulabsolventen eine gute Ausgangsbasis. Geistes- und Sozialwissenschafter, aber auch FH-Absolventen der Fachbereiche Wirtschaft und Sozialarbeit bringen ein erhöhtes Potenzial mit. Über die Fähigkeit, neues Wissen zu erwerben, verfügen 72 Prozent (Uni) bzw. 67 Prozent (FH). Defizite bekunden dagegen Rechtswissenschafter, die sich gerade am Anfang ihrer Karriere mit neuen Fällen, Frage- und Problemstellungen schnell überfordert fühlen können.
Problemlösungskompetenz allgemein gut ausgeprägt
In Bezug auf die Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, vorhandenes Wissen auf neue Probleme anzuwenden, sehen sich 67 Prozent der Uni-Absolventen optimal vorbereitet. Eine ausreichende analytische Denkfähigkeit bringen 72 Prozent mit. Die Entwicklung von neuen Ideen und die praktische Umsetzung wissenschaftlicher Konzepte bereitet einem Drittel jedoch Schwierigkeiten. Insbesondere Rechtswissenschafter und Mediziner verspüren starke Defizite in ihrer Problemlösungskompetenz. 65-70 Prozent der FH-Absolventen dagegen sehen sich in allen Bereichen optimal vorbereitet.
Defizite im Bereich der Sozialkompetenz
Nachteile in der Sozialkompetenz verspüren vor allem Rechtswissenschafter, Mediziner und Absolventen der Exakten Naturwissenschaften im Hinblick auf das Erkennen und Schliessen von Wissenslücken, die Wachsamkeit hinsichtlich neuer Möglichkeiten und Kritikfähigkeit gegenüber sich selbst und anderen. Gut vorbereitet fühlen sich daher nur 62-69 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit FH-Absolventen. Defizite sind in den Fachbereichen Chemie und Life Sciences, Architektur, Technik, Wirtschaft und unter Lehrkräften zu finden.
FH-Absolventen kommunikativ im Vorteil
Hinsichtlich der Kommunikationskompetenz sind FH-Absolventen gegenüber den Uni-Abgängern klar im Vorteil. Probleme, den eigenen Standpunkt zu vertreten, haben ca. 25 Prozent (Uni: 39 Prozent). Das Präsentieren von Ideen bereitet 13 Prozent (Uni: 34 Prozent) Schwierigkeiten und 29 Prozent (Uni: 42 Prozent) verspüren Nachteile in Bezug auf ihre Fremdsprachenkenntnisse. Erneut sind es Rechtswissenschafter, Mediziner und Pharmazeuten, die ein Manko beklagen. Der Grund für die grosse Differenz der beiden Absolventengruppen könnte darin liegen, dass FH-Absolventen in Bereichen arbeiten, die weniger Kommunikation erfordern, oder sie bereits mehr Erfahrung mitbringen.
FH und Uni im Bereich Organisationskompetenz gleichauf
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Die Fähigkeit zu koordinieren und organisieren ist bei beiden Absolventengruppen gleich ausgeprägt. Die zur Verfügung stehende Zeit effektiv nutzen können jeweils 57 Prozent. Je 62 Prozent können gut unter Druck arbeiten. Ein Mangel unter den FH-Absolventen besteht jedoch bei Sozialarbeitern und Lehrkräften, unter den Uni-Absolventen sind es nach wie vor Rechtswissenschafter, Mediziner und Wirtschaftswissenschafter. Das Gefühl kann dadurch entstehen, dass bereits die erste Position nach dem Berufseinstieg einen hohen Komplexitätsgrad oder Führungsverantwortung beinhaltet.
Autor: hobsons.ch
Datum: 4/2009
