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Praktikum: Mittendrin statt nur dabei

Ein Praktikum im richtigen Unternehmen ist für die spätere Jobsuche oft entscheidender als gute Noten. Wer das Beste herausholen will, sollte Eigeninitiative zeigen und Kontakte knüpfen.
Praktikum

Das Praktikum als Jobeinstieg? Zeigen Sie Eigeninitiative und alles ist möglich.

Fabienne Probst hatte einen guten Start. Ein Blumenstrauss und eine Willkommenskarte warteten auf ihrem Tisch, als sie bei IBM als Praktikantin anfing. „Der Projektleiter erklärte mir die Firmenstruktur und machte mit mir eine Vorstellungsrunde.“ Ihren Aufgabenbereich hatte die Studentin der Arbeitswissenschaft schon im Vorstellungsgespräch ausgiebig besprochen.
Nicht immer geht alles so glatt. Oft haben Unternehmen recht unklare Vorstellungen davon, wie sie Praktikanten einsetzen wollen. Umso wichtiger ist, dass Sie wissen, was Sie von Ihrem Praktikum erwarten. Denn aus den Schnuppermonaten im Unternehmen kann sich ein Nebenjob ergeben, eine Diplomarbeit oder sogar der Einstieg in das Unternehmen.

Kontakte knüpfen

Vergraben Sie sich nicht hinter dem Schreibtisch. „Man kann durchaus von Tür zu Tür gehen und ein paar Worte über sich sagen“, meint Michael Zaugg, der bei Credit Suisse Praktikanten betreut. „Informieren Sie Ihre Mitarbeiter, was Sie studieren und was Sie bei Ihrem Praktikum machen.“
Fragen Sie, ob Sie zu Besprechungen mitkommen können. Bieten Sie an, Aufgaben zu übernehmen. Oft zahlt es sich auch aus, den eigenen Namen bei Geschäftskunden zu erwähnen und Adressen aufzuschreiben, die auch nach dem Praktikum wichtig sein könnten. Und: Halten Sie Mitarbeiter und Vorgesetzte über Ihre Arbeit auf dem Laufenden. „Solche Informationen tauschen wir oft beim gemeinsamen Mittagessen aus“, berichtet Georg Achleitner, der bei ABB ein Praktikum in der Forschungsabteilung absolviert.

Leerlauf vermeiden

Wenn sich Ihr Praktikum auf Kaffeekochen und Kopieren beschränkt, läuft etwas falsch. „Oft fehlt der Mut, interessante Aufgaben einzufordern“, meint Michael Zaugg. Besprechen Sie Unstimmigkeiten frühzeitig mit Ihrem Betreuer. Warten Sie nicht, bis vier Monate vorbei sind.
Vermeiden Sie Leerlauf – es zeigt Ihren Willen, das Beste aus dem Praktikum herauszuholen. „Ich habe einen Tag lang nur im Internet recherchiert. Das wurde mir zu eintönig. Da habe ich meinen Projektleiter gefragt, ob er etwas zur Abwechslung für mich hätte. Das hat er positiv aufgenommen“, berichtet Fabienne Probst.
Zeigen Sie Initiative, aber treten Sie nicht als Besserwisser auf. Es bringt Ihnen keine Sympathien. „Ich verhalte mich nicht ablehnend gegen andere Ideen. Statt zu sagen, dieser Lösungsweg ist falsch, schlage ich einen weiteren, alternativen Weg vor“, sagt Fabienne Probst.

Offenes und ehrliches Feedback

Versäumen Sie nicht, am Ende des Praktikums ein Feedback-Gespräch mit Ihrem Betreuer zu führen. „Offen und ehrlich auf beiden Seiten“, so sollte es nach Meinung von Michael Zaugg ablaufen. Zeigen Sie Interesse für einen späteren Berufseinstieg und geben Sie Ihren Kontakt an. Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, neben dem Studium weiter im Unternehmen zu jobben. Bei Fabienne Probst hat das geklappt: „Ich habe meinen Projektleiter darauf angesprochen, dass ich einen Job neben dem Studium suche. IBM hat mir darauf hin eine 40-prozentige Stelle als Werkstudentin angeboten.“

10 Tipps für ein erfolgreiches Praktikum
Fragen Sie sich, was Sie mit dem Praktikum erreichen wollen.
Bewerben Sie sich frühzeitig.
Zeigen Sie Interesse, Begeisterung und bieten Sie sich an.
Berichten Sie Ihrem Betreuer und den Kollegen von Ihrer täglichen Arbeit.
Nehmen Sie an Meetings teil.
Gehen Sie mit Ihren Kollegen Mittagessen.
Treten Sie nicht als Besserwisser auf. So geraten Sie leicht ins Abseits.
Lassen Sie sich nicht in persönliche Unstimmigkeiten innerhalb der Abteilung hineinziehen.
Sprechen Sie beim Feedback-Gespräch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit an.
Verlangen Sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Autor: Sandra Schüssel