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Körpersprache: Erfolgreich beim Bewerben
Regel Nummer 3: Sie werden nicht gefressen
Im Vorstellungsgespräch kommt es darauf an, die richtige Dosis an Natürlichkeit und Professionalität zu beweisen. Das können Sie üben.
Vergessen Sie bei aller Unsicherheit nicht: Gerade für Berufseinsteiger ist ein gewisses Mass an Nervosität erlaubt. Tatsächlich liegt es eher im Interesse von Personalern, Stresssituationen zu entschärfen, statt Bewerber zusätzlich unter Druck zu setzen. Scarnera ist es wichtig, den Bewerber nicht in einer Ausnahmesituation, sondern in einer Alltagssituation kennenzulernen. „Eine gewisse Nervosität muss man zulassen, das ist einfach normal. Ich versuche zu vermitteln, dass das in Ordnung ist und dass man sich ganz wie im Alltag geben kann.“ Und Stübner verrät: „Das ist auch letztendlich eine Visitenkarte des Unternehmens, wie zum Beispiel so ein Assessment Center gestaltet ist. Man muss die Bewerber respektieren, schliesslich geht es um gegenseitiges Assessment.“
Tipp: Probieren Sie zuhause vor dem Spiegel, wie Sie bequem und doch angemessen sitzen können. Ziehen Sie dazu ruhig die entsprechende Kleidung an, das verändert Ihre Bewegungen. Auch Stehen, etwa für einen Vortrag, kann man so üben.
DOs
- Achten Sie darauf, immer den Blickkontakt mit allen beteiligten Personen zu wahren.
- Reagieren Sie auf das, was Ihr Gegenüber sagt. So kann Ihr Gegenüber sehen, dass Sie gut zuhören. Zeigen Sie, dass Sie ihn ernst nehmen und gut auf andere Personen eingehen können.
- Lächeln Sie hin und wieder an angebrachten Stellen, das lockert sowohl Sie selbst als auch die Situation auf.
- Sitzen Sie aufrecht in einer angenehmen Haltung. Verkrampftes Sitzen fördert Ihr Stressempfinden – wechseln Sie also auch mal Ihre Haltung.
- Vergessen Sie das Atmen nicht!
- Legen Sie die Hände beispielsweise locker auf die Oberschenkel und gestikulieren Sie in Massen.
- Seien Sie wach und zeigen Sie Begeisterungsfähigkeit. Seien Sie bestimmt und selbstbewusst: nicht nur mit Hilfe Ihrer Körpersprache, sondern auch mit Ihrer Stimme. Sprechen Sie dynamisch und betont; weder zu hektisch noch lethargisch.
Tipp: Schlafen Sie die Nacht vor einem Vorstellungsgespräch oder Assessment Center genug. Gehen Sie dann gemütlich einen Kaffe trinken und wecken Sie in sich selbst eine positive, ausgeglichene Stimmung. Malen Sie sich aus, wie toll der Job wird! Trotzdem: Treten Sie nie zu siegessicher auf.
DON’Ts
- Wenden Sie sich im Gespräch nicht von Ihrem Gesprächspartner ab. Das interpretiert man als Ignoranz oder Fluchtgedanken.
- Schauen Sie stets nach unten, wirken Sie verschämt, schauen Sie nur gegen die Wand, macht das einen trotzigen Eindruck.
- Wenn Sie schief an einer Armlehne in sich zusammen sacken und sich mit den Händen festkrallen, signalisiert das Angst und mangelnde Selbstkontrolle.
- Vermeiden Sie es, nur auf der Stuhlkante zu sitzen oder ganz im Sessel zu versinken.
- Sich auf dem Tisch aufzustützen, womöglich noch im „Revier“ des Gegenübers, ist wenig ratsam.
- Die Hände oder Arme zu verschränken wird mit Abwehr und Selbstschutz gleichgesetzt.
- Nervös mit den Fingern zu nesteln oder mit einem Gegenstand zu spielen ist eben so wenig ratsam wie aggressiv die Fäuste ballen.
- Stressgesten wie z. B. grosses Gestikulieren oder ständiges Haare zurück streichen, lässt auf mangelndes Selbstvertrauen schliessen.
- Sexuelle Reize zu senden, z. B. Frauen durch ein Klein-Mädchen-Schema (grosse Augen, Kopf schief legen) oder Männer durch weit auseinander stehende Beine ist generell tabu.
Datum: 1/2008
Autor: Sylvie Kristan
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