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Initiativbewerbung: Schritt für Schritt zum gelungenen Anruf
Foto: © Ramakers / Intuitivmedia.de
Nervös vor der ersten Kontaktaufnahme? Mit der richtigen Vorbereitung bleiben Sie während des Telefonats souverän.
Die Aufregung wächst. Sie nehmen zum ersten Mal persönlichen Kontakt zu Ihrem Wunschunternehmen auf. Wichtig ist: Steigen Sie mit klar definierten Zielen in das Telefongespräch ein und bleiben Sie souverän.
Bevor Sie das eigentliche Gespräch mit Ihrem Wunscharbeitgeber führen, sollten Sie in der Telefonzentrale den Namen und die Durchwahl des zuständigen Personalers in Erfahrung bringen. Sollte man Sie direkt zu dem Ansprechpartner durchstellen wollen, weisen Sie darauf hin, dass Sie sich momentan noch in der Vorbereitungsphase befinden. Betonen Sie jedoch, dass Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt selbst mit dem Personalverantwortlichen in Verbindung setzen werden.
Der passende Aufhänger
Legen Sie sich vor Ihrem Anruf einen geeigneten Gesprächsaufhänger zurecht. Bei der Wahrheit zu bleiben ist wichtig, schonungslose Offenheit jedoch nicht angebracht. Vermeiden Sie daher Sätze wie „Seit meinem Studienabschluss bin ich arbeitslos und suche dringend einen Job.“ Wählen Sie vielmehr einen positiven Einstieg:
Beispiel für einen gelungenen Gesprächseinstieg:
"Guten Tag, Herr Schneider. Mein Name ist Bettina Bauer. Ich habe einen Ihrer Mitarbeiter auf dem Absolventenkongress gesprochen und interessiere mich für eine Position in Ihrem Unternehmen. Ich habe mein Studium der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen und Controlling mit sehr gut abgeschlossen. Darf ich mich Ihnen näher vorstellen?"
Ein Verweis auf einen Zeitungsartikel über das Unternehmen, eine Fachmesse oder bestehende Kontakte zu Angehörigen der Firma ist an dieser Stelle ideal.
Definieren Sie Ihre Gesprächsziele und bleiben Sie fokussiert
Telefongespräche lassen sich nicht bis ins letzte Detail planen, schliesslich hängt auch vieles von Ihrem Gegenüber ab. Dennoch ist es wichtig, einen gelungenen ersten Eindruck zu hinterlassen. Gehen Sie während des Anrufes zielgerichtet vor und definieren Sie im Vorfeld realistische Gesprächsziele. Möchten Sie herausfinden, wie gut Ihre Qualifikationen zum Unternehmen passen? Oder interessiert Sie eher, wie die Chancen auf eine Einstellung aussehen? Akzeptieren Sie Teilerfolge: Ihr Telefonat wird nicht zwangsläufig in der ersehnten Stelle münden. Erste Erfolge sind vielmehr Informationen, die Mitbewerbern nicht zur Verfügung stehen oder ein guter Draht zum Personaler, der Ihrer Bewerbung nach dem Gespräch mit Wohlwollen gegenüber steht.
Selbstmarketing: Ihr Kurzprofil
Ein mögliches Kurzprofil:
"Ich sehe meine Zukunft in der Wirtschaftsprüfung. In diesem Bereich habe ich bereits als Praktikant gearbeitet und konnte mein theoretisches Wissen praktisch anwenden. Diese Erfahrung hat mich veranlasst, meine Diplomarbeit in der Audit-Abteilung eines grossen Konzerns zu schreiben. Sehr gerne würde ich meine Erfahrung in Ihr Unternehmen einbringen. Wie sehen meine Chancen dafür aus?“
Während des Telefonats bleibt Ihnen nicht viel Zeit, Aufmerksamkeit und Interesse an Ihrer Person zu wecken. Lernen Sie daher, sich und Ihre Stärken in wenigen Worten bestmöglich zu präsentieren. Einem geübten Gesprächseinstieg sollte unmittelbar Ihre kurze Selbstpräsentation folgen. Um dieses Profil zu erstellen, empfiehlt es sich, Stellenanzeigen zu sammeln, die Ihrer anvisierten Wunschposition nahe kommen. Werten Sie diese nach fachlichen und persönlichen Qualifikationen sowie nach Aufgabenbeschreibungen aus und wählen Sie etwa drei Schlüsselbegriffe, die Sie und Ihre Fähigkeiten am ehesten beschreiben. Bilden Sie aus diesen Key Words zwei bis drei Sätze, die den Fokus Ihres Selbstmarketings bilden. Vergessen Sie nicht, Ihr Kurzprofil mit Freunden oder Familie zu trainieren. Nur durch Übung stehen Sie hinter Ihren getroffenen Aussagen und klingen glaubwürdig.
Ein gelungener Abschluss: Raum für eigene Fragen
Runden Sie das Gespräch mit eigenen Fragen ab. So erhalten Sie nicht nur wertvolle Informationen für den weiteren Bewerbungsprozess, sondern signalisieren vor allem Interesse an dem Unternehmen. Arbeiten Sie stets mit offenen Fragen wie beispielsweise „Welche Soft Skills wünschen Sie sich von einem Bewerber?“ anstatt „Zählen bei Ihnen Soft Skills?“.
Checkliste: Der gelungene Anruf
Die Vorbereitung
Buchtipp:
Weitere wertvolle Tipps und nützliche Hinweise finden Sie im Ratgeber von Christian Püttjer / Uwe Schnierda: Initiativbewerbung. Campus Verlag, Frankfurt 2008, 126 Seiten, Preis CHF: 15,00.
- Erfragen Sie zunächst Namen und Durchwahl des zuständigen Personalers.
- Suchen Sie sich einen passenden Gesprächsaufhänger.
- Definieren Sie vorab Gesprächsziele: Was wollen Sie mit dem Gespräch erreichen?
- Üben Sie Ihre kurze Selbstpräsentation.
- Notieren Sie eigene Fragen.
Der Anruf
- Sorgen Sie für optimale Rahmenbedingungen, Ruhe und Entspannung.
- Telefonieren Sie im Stehen: Das fördert Ihre Konzentration und Sie wirken während des Gesprächs dynamischer.
- Legen Sie Stift und Papier bereit, um Zusatzinfos sofort festzuhalten.
- Halten Sie wichtige Details zu Ihrem Lebenslauf und bereits recherchierte Infos über die Firma parat.
- Leiten Sie das Gespräch mit Ihrem Gesprächsaufhänger ein.
- Selbstdarstellung: Hier ist Ihr Kurzprofil gefragt.
- Bestimmen Sie das Gespräch und behalten Sie Ihre Gesprächsziele im Auge.
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Datum: 10/2009
Autorin: Katrin Lang
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