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Bewerbungsmappe: Die Sechzig-Sekunden-Chance
Foto: © Stefan Thiermayer/Fotolia.de
Bringen Sie den Inhalt Ihrer Bewerbungsmappe durch gute Vorbereitung genau auf den Punkt.
Zwischen einer und zehn Minuten begutachten Personaler Bewerbungen. Grobe Schnitzer bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe finden keine Gnade. Vorbereitung, Sorgfalt und Kreativität lohnen sich für die persönliche Note – und die entscheidet.
Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Praktikabescheinigungen und eine ordentliche Verpackung – mehr muss rein formal nicht in der Bewerbungsmappe enthalten sein. Allerdings bereitet schon die Gestaltung dieser Standardanforderungen vielen Hochschulabsolventen Probleme. Bei Grosskonzernen landen monatlich mehrere hundert Bewerbungsmappen auf dem Schreibtisch. Lange wühlt sich da keiner durch den Papierberg.
Der ehemalige Personaltrainer und heutige Wirtschaftsprofessor Harald Meier kennt das Geschäft: "Zwischen einer und zwei Minuten – mehr Zeit bleibt nicht für die erste Beurteilung und Vorauswahl einer Bewerbungsmappe." Das Geheimnis der perfekten Bewerbung verrät er heute seinen Studenten in Seminaren: "Seien Sie kurz, präzise und informativ, nicht lang, schwammig und unkonkret."
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In Buchhandlungen steht meterweise Ratgeberliteratur mit nur einer Botschaft: Bewerbung heisst Werbung in eigener Sache. Ziel ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Dazu müssen Bewerber ihre Vorzüge einem Unternehmen schmackhaft machen. Wer das nachlässig betreibt, hinterlässt bei seiner ersten Arbeitsprobe für den möglichen Arbeitgeber einen gleichgültigen oder negativen, aber sicher nicht den gewünschten positiven Eindruck.
"Zu wenig Zeit für die Bewerbung zu verwenden, ist eine Todsünde", warnt Meier vor Schnellschüssen. Aufmerksamkeit und Sorgfalt lohnen sich. Ebenso eine gute Vorbereitung, denn folgende Standardunterlagen können schon vor einer konkreten Bewerbung bereit gehalten werden: Schul-, Studien- und Arbeitszeugnisse, Praktika- und Sprachbescheinigungen, Briefpapier, Umschläge und Klemmordner. So bleibt genug Zeit und Konzentration für das Motivationsschreiben.
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Zwei Anforderungen machen das Motivationsschreiben zu einer harten Nuss. Erstens soll es die individuellen Voraussetzungen des Bewerbers mit den Stellenanforderungen eines Unternehmens verbinden.
Zweitens sollte es in einer komprimierten, präzisen und interessanten Schreibe den Leser neugierig auf den Lebenslauf und ein Vorstellungsgespräch machen. Wer es dem Personalchef überlässt, die Verknüpfungen herzustellen und die Vorzüge des Bewerbers aus dessen sprachlichen Girlanden herauszulesen, der fliegt schnell aus dem Verfahren.
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Nur ungern erinnern sich Personaler an geschwätzige Bewerber mit sechs Seiten langen und handgeschriebenen Motivationsschreiben. Eine Seite muss reichen, um kurz und präzise die Qualifikation und Motivation für die Bewerbung zu beschreiben – je persönlicher und individueller, desto vorteilhafter.
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