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Die individuelle Bewerbung in sechs Schritten

Finger weg von Floskeln! Individuell formulierte Motivationsschreiben und Lebensläufe sind viel erfolgreicher als Bewerbungskonfektion. Wir zeigen Ihnen in sechs Schritten, wie Sie Ihre Bewerbung persönlich zuschneiden.

«Hiermit bewerbe ich mich»: Weit über 90 Prozent aller Motivationsschreiben langweilen mit austauschbaren Formulierungen. Auch die dazu gehörigen CVs geben oft nur grob Auskunft über die Lebensdaten der Bewerber. Schade. Mit einem persönlich formulierten Motivationsschreiben und einem für das Unternehmen angepassten Lebenslauf reizen Sie zum Weiterlesen und liefern darüber hinaus auch konkretere Informationen über sich.

Theoretisch klar – und praktisch? Nicht schwer! Eine individuelle Bewerbung entsteht in sechs Schritten:

1. Machen Sie sich die eigenen Ziele bewusst

Kein Unternehmen möchte Bewerber, die alles wollen und alles können. Schreiben Sie Ihren Berufswunsch (z.B. «eine herausfordernde Position im Controlling») ruhig oben auf den Lebenslauf oder ein Deckblatt – das hilft Ihnen und den Entscheidern bei der Orientierung.

2. Analysieren Sie den Bedarf der Firma genau

Ziehen Sie dazu das Inserat, aber auch die Internet-Karriereseiten des Unternehmens heran. Was fordert das Unternehmen vom Bewerber – und was wünscht es sich? Die Muss-Anforderungen bringen in der Regel die meisten Bewerber mit (sonst bewerben sie sich falsch). Punkten können Sie vor allem im Wunschbereich. Zu erkennen ist dieser an Formulierungen wie «Ideal wären Kenntnisse» oder «wünschenswert sind».

3. Versetzen Sie sich in das Unternehmen

Verlassen Sie die Ich-Perspektive. Sagen Sie also nicht nur, was Sie alles können, sondern was Sie dem Unternehmen als Sahnehäubchen über die Grundanforderungen hinaus bieten können. Suchen Sie nach Erfahrungen und Kompetenzen, die Ihnen auf der entsprechenden Position nützlich sein können. Beispiel: «Praktisches Know-how aus drei Jahren selbstständiger Online-Vermarktung von KFZ-Zubehör».

4. Formulieren Sie Textbausteine für Ihr Motivationsschreiben

Setzen Sie Akzente auf jene Punkte, die Sie von anderen unterscheiden (gute Noten, Praktika, Sprachen, MBA, Berufserfahrungen) und nicht auf das Fast-Selbstverständliche (oft: der Studienabschluss, gutes Englisch, Teamfähigkeit).

5. Suchen Sie nach einem Aufhänger für den Einstieg in das Motivationsschreiben

Dies kann ein Artikel sein, den Sie gelesen haben oder aber ein Satz auf der Website, der Sie anspricht. Überraschen Sie und lassen Sie ruhig mal eine Fragen offen – diese ist ein idealer Anknüpfungspunkt im Vorstellungsgespräch.

6. Passen Sie Ihren Lebenslauf hinsichtlich der Stelle an

Ideal ist ein Drei- bis Fünfzeiler auf dem Deckblatt, der Ihre fachlichen und persönlichen Vorzüge in Bezug auf die Stelle auf den Punkt bringt. Weiterhin lassen Sie alle relevanten Erfahrungen in den Lebenslauf einfliessen, auch die aus Nebenjobs oder ehrenamtlichen Tätigkeiten. Nennen Sie dabei nicht nur Funktionen, sondern auch Tätigkeiten und Projekte. Und gerade Erfolge (z. B. Auszeichnungen) macht Ihnen so schnell kein Mitbewerber nach.

Checkliste: Individuell bewerben

  • Brainstormen Sie! Welche Erfahrungen könnten für die Firma interessant sein?
  • Schreiben Sie im Aktiv und mit Verben.
  • Belegen Sie Aussagen. Nennen Sie Beispiele für Erfahrungen und Soft Skills.
  • Perspektiven wechseln: Fragen Sie sich, welchen Bedarf das Unternehmen hat und bei was Sie das Unternehmen unterstützen können.
  • Passen Sie den Schreibstil dem Unternehmen und der Branche an, aber bleiben Sie als Persönlichkeit hinter der Bewerbung erkennbar.
  • Dass Sie sich bewerben, ist offensichtlich – sagen Sie lieber, was Sie zu bieten haben.

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Datum: 10/2009

Autorin: Svenja Hofert


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