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Master: Wie wähle ich einen Masterstudiengang aus?

Im internationalen Vergleich sind Schweizer Universitäten vorbildlich: Zusätzlich zu den Bachelor- und Masterstudiengängen stehen 24 interdisziplinäre Masterstudiengänge mit einem thematischen Schwerpunkt zur Verfügung, die nicht auf einem bestimmten Bachelorstudiengang aufbauen. Der Master of Applied Geophysics der ETH ist ein gelungenes Beispiel.
Wer darf Masterstudiengänge akkreditieren?

Für die Prüfung von Bachelor- und Masterstudiengängen sind vom Bundesamt für Berufsbildung und
Technologie (BBT) ernanntet Akkreditierungsagenturen zuständig.
Dort wird der Studiengang von Wissenschaftern, Berufsvertretern
und Studenten bewertet, bevor er das Gütesiegel erhält. Zur Vergabe des Qualitätssiegels berechtigt sind:

Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS)

Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungs-Institut (ACQUIN)

Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Informatik, der Ingenieurwissenschaften,
der Naturwissenschaften und der
Mathematik e. V. (ASIIN)

Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA)

Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung der schweizerischen Hochschulen(OAQ)

Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur
Hannover (ZEvA)

Nach der Entscheidung für den gewünschten Fachbereich sollte man überprüfen, ob der gewählte Studiengang bereits offiziell akkreditiert wurde. Verschiedene unabhängige Fachkommissionen und Agenturen (siehe Kasten) vergeben durch eine Akkreditierung eine Art Gütesiegel.

So wird zum Beispiel überprüft, ob ein Studiengang nach Inhalt und Niveau landesweit einheitlichen Vorgaben entspricht. Ausserdem prüfen die Kommissionen, ob die personelle Ausstattung sowie die Räume und Einrichtungen für ein effektives Studium ausreichen. Die Akkreditierung muss alle fünf Jahre wiederholt werden.

Auf die Qualität kommt es an

Viele Unternehmen achten darauf, ob der Abschluss ihrer Bewerber Qualität hat. Eine Akkreditierung ist ein erster Hinweis darauf, dass das Studium gewisse Standards erfüllt. Ausserdem sollten sich Interessenten überlegen, was ihnen persönlich für ihr Studium wichtig ist: Gibt es Kooperationen mit ausländischen Hochschulen? Sind Praktika in das Studium integriert? Wie schneidet der Studiengang bei Rankings ab?

Wichtiger als das Ranking sind jedoch die Studieninhalte, die zu den eigenen Vorstellungen passen müssen. Daher sollten Studenten bei der Wahl des Studiengangs darauf achten, ob die Fächerkombinationen, die für sie interessant sind, angeboten werden. Einige Hochschulen lassen nämlich nur gewisse Kombinationen zu. Im Zweifel hilft die Studienfachberatung.

Master: Welche Hochschule?

Viele Studenten setzen ihr Studium an der gleichen Hochschule fort, an der sie bereits ihren Bachelor erworben haben. Dies ist jedoch kein Muss. Sie können sich auch an jeder anderen Hochschule bewerben, die einen interessanten Masterstudiengang anbietet – zumindest theoretisch.

In der Praxis bauen viele Masterstudiengänge auf den Bachelorinhalten der eigenen Hochschule auf und haben entsprechend strenge Zulassungsbeschränkungen. Einige Studiengänge verlangen von ihren Bewerbern Leistungstests, um die bisher erworbenen Kenntnisse zu überprüfen.

Alternative: Masterstudium im Ausland

Wer ins Ausland gehen möchte, hat es aufgrund der neuen europaweit einheitlichen Studienabschlüsse leichter als bisher. Da der Bachelor ein international anerkannter
Studienabschluss ist, kann der darauf folgende Master auch im Ausland absolviert werden.
Vor allem Grossbritannien und die USA sind bei Masterstudenten beliebt. Wer während des Masterstudiums das Land wechselt, kann sich die erworbenen Credits anrechnen lassen. Voraussetzung für ein Studium im Ausland ist, dass die Studienanforderungen der jeweiligen Hochschule erfüllt sind. Eine Hilfe bei der Bewerbung im Ausland bietet das englischsprachige Diploma Supplement.

Alternative: berufsbegleitendes Masterstudium

Um keine Zeit zu verlieren, lässt sich ein Masterstudium auch berufsbegleitend absolvieren. Mithilfe von Studienbriefen lernen die Studenten teils im Selbststudium, teils in Präsenzveranstaltungen, die an Wochenenden oder als wöchentliche Blockseminare stattfinden.

Auch ein E-Learning-Studium ist möglich. Dabei kommunizieren Studenten untereinander und mit ihren Dozenten in einem virtuellen Klassenraum zum Beispiel über Chats oder E-Mail; in Präsenzphasen wird das Gelernte vertieft. Häufig sind berufsbegleitende Studiengänge – im Gegensatz zu einem regulären Studium – kostenpflichtig.

Datum: 05/2010

Autorin: Sabine Olschner

 

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