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Online-Interview: Master im Ausland

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Marc Hinterschweiger absolviert sein Masterstudium an der John F. Kennedy School of Government in Cambridge. Für ihn die optimale Ausbildung vor dem Berufsstart.

Marc Hinterschweiger ist Masterstudent an der John F. Kennedy School of Government. Nach seinem Bachelor in VWL und International Affairs an der HSG St. Gallen hat er sich zu einem Master in Public Policy an einer der renommiertesten Unis der USA, der Harvard University, entschlossen.

 

Die Mehrheit der Bachelorabsolventen möchte nach dem Abschluss direkt in den Beruf einsteigen. Wie war das bei Dir? Was hat Dich dazu bewogen, einen Master zu absolvieren?

Nach dem Bachelor habe ich ein Jahr lang für ein deutsches Wirtschaftsforschungsinstitut im Bereich Umwelt und Ressourcen und eine Schweizer Bank gearbeitet. Dadurch habe ich verschiedene Berufszweige – Forschung und Finanzsektor – näher kennengelernt. So konnte ich besser einschätzen, welcher Master der richtige sein würde. Ich wollte auf jeden Fall nur einen kurzen Ausflug in die Praxis unternehmen und meine akademischen Kenntnisse weiter vertiefen. Durch meinen Master kann ich die Fertigkeiten ausbauen, die in einer internationalen Organisation, z. B. der Weltbank, relevant sind: Ich konzentriere mich beispielsweise auf die Funktionsweise der Kapitalmärkte.

Nach welchen Kriterien hast Du Dich letztlich für den Master in Public Policy an der Harvard University entschieden?

Ausschlaggebend für die Wahl des Masters waren die Qualität des Programms, die internationale Ausrichtung, die Finanzierbarkeit und das Angebot an ausseruniversitären Aktivitäten. Mit meinem Fach Public Policy habe ich einen Masterstudiengang gefunden, der meine Bachelorschwerpunkte VWL und Internationale Beziehungen hervorragend verbindet.

Welche Rolle spielte für Dich der Studienort beziehungsweise die Universität?

Neben dem ausgezeichneten Ruf der Harvard University spielten vor allem zwei Faktoren eine Rolle. Zum einen ist die Qualität der Professoren sehr hoch, und man kann relativ schnell mit ihnen in Kontakt kommen. Zum anderen ist der Umgang mit den Kommilitonen unheimlich spannend. Viele kommen aus dem Ausland, haben in unterschiedlichen internationalen Bereichen gearbeitet oder engagieren sich auch ausserhalb der Vorlesungen sehr stark. Ausserdem bietet die Nähe von Cambridge zum wichtigen Finanzzentrum Boston eine gute Gelegenheit, Kontakte zu internationalen Firmen zu knüpfen.

Es ist wichtig, bei der Wahl des geeigneten Masterstudiengangs darauf zu achten, dass die Studieninhalte den eigenen Vorstellungen entsprechen. Wie genau ist der Master in Public Policy an der JFK School of Government aufgebaut?

Das Programm dauert zwei Jahre, in denen insgesamt 18 Kurse belegt werden müssen. Acht davon sind Pflichtkurse, in denen wesentliche Kenntnisse für den öffentlichen Sektor vertieft werden, wie beispielsweise Volkswirtschaft, Ethik oder das strategische Management öffentlicher Organisationen. In der Policy Analysis Exercise arbeiten die Studenten mit einem Klienten, etwa einer internationalen Organisation oder einer NGO, und Professoren zusammen, um konkrete Lösungsvorschläge für ein Public Policy Problem zu erarbeiten. Die restlichen Kurse können frei gewählt werden, wobei unterschiedliche Möglichkeiten wie zum Beispiel Leadership, Energiepolitik oder Entwicklungszusammenarbeit zur Wahl stehen. Kurse können auch an anderen Fakultäten der Harvard University, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) oder an der Fletcher School of Law and Diplomacy belegt werden.

Warum hast Du Dich für ein Studium im Ausland entschieden? Und wie hast Du das Problem der Finanzierung gelöst?

Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung gab es noch nicht viele Masterprogramme in Deutschland, die sich nahtlos an meinen Bachelor angefügt hätten und von deren Qualität ich restlos überzeugt war. Darüber hinaus wollte ich meine interkulturellen Kompetenzen erweitern, indem ich in einem anderen Land lebe und mit Kommilitonen aus aller Welt studiere. Um die Finanzierung meines Studiengangs habe ich mich frühzeitig gekümmert: Als McCloy-Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes werden nun meine Studiengebühren übernommen, und ich erhalte zudem ein Lebenshaltungsstipendium.

Laut der aktuellen HIS-Studie „Internationale Mobilität im Studium“ entscheiden sich 30 Prozent aller Masterstudenten für ein Studium im Ausland. Du bist einer von ihnen. Was versprichst Du Dir persönlich und beruflich von Deinem Auslandsaufenthalt?

Ein Auslandsstudium bringt die eigene Persönlichkeit enorm weiter: Man wird mit neuen Ideen und Perspektiven konfrontiert und lernt viel über andere und sich selbst. Ausserdem lässt ein Auslandsaufenthalt neben besseren Fremdsprachenkenntnissen wichtige Eigenschaften wie Neugier und Flexibilität erkennen. Und man zeigt dem zukünftigen Arbeitgeber, dass man mit Kollegen aus anderen Kulturkreisen gut zusammenarbeiten kann.

Was rätst Du Bachelorabsolventen, die vor der Entscheidung stehen, einen Master zu absolvieren?

Ich würde jedem Studenten empfehlen, einen Teil des Studiums im Ausland zu absolvieren. Besonders für Studenten, die später in einem internationalen Umfeld tätig sein wollen, bietet sich ein Auslandsstudium an. Der Master ist eine gute Gelegenheit, an eine Uni im Ausland zu wechseln.

Mein Tipp für Bachelorabsolventen? Frühzeitige Planung! Achtzehn Monate sollte man für die Bewerbungsphase einrechnen. Bei Interesse an einem Master ist es wichtig, dass man sich früh über mögliche Programme informiert und die nötigen Unterlagen für die Bewerbung sammelt. Die Sicherung der Finanzierung, Gutachten, Testscores (TOEFL, GRE, GMAT), etc. nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, aber es lohnt sich auf alle Fälle, den Bewerbungsprozess sorgfältig anzugehen. Nur so lassen sich die Zulassungschancen maximieren.

Autorin: Das Interview führte Katrin Lang

Datum: 8/2007